Erste Ausfahrten

30.06.2023

Hund & Herrchen lernen gemeinsam das Gespannfahren. Da wir beide bei null anfangen, also Greenhorns sind, haben wir allerhand zu lernen. Fahrverhalten des Gespanns in unterschiedlichen Situationen, Kurvenverhalten, Brems- und Ausweichmanöver usw.

Und der Nestor, der Gute, der macht das alles so selbstverständlich mit, als sei es das Normalste auf der Welt.
Er geht gerne in den Beiwagen und lässt sich mit zwei Klicks angurten. Dann bekommt er eine Sturmhaube aufgesetzt und dann die Schutzbrille. Die Haube dient dem Gehörschutz, die Ohren liegen eng an und flattern nicht im Fahrtwind. Auch, wenn wir stets unter 100 Km/h bleiben, meist eher um die 80, entwickelt sich eine nicht geringe Geräuschkulisse. Also Dämpfeffekt.
Die Schutzbrille dürfte wohl nicht erklärungsbedürftig sein. Das Schöne an allem ist, dass Hundi wirklich alles sowas von selbstverständlich mitmacht, dass es mich immer wieder ins Staunen versetzt.

Wie habt ihr das gemacht?

Ich wurde öfter gefragt, wie ich das angestellt habe. Da musste ich lange nachdenken. Aber letztlich waren es immer die kleinen Schritte: Brille beschnuppern lassen und mal kurz um die Augen halten. Dann mal für wenige Sekunden aufgesetzt und wieder abgenommen und viel gelobt (fand er gut). Das wiederholte ich nur wenige Male zu unterschiedlichen Zeiten. Das war es im Prinzip. Wichtig war nur, selbst nicht ungeduldig zu werden (= schwer). Mitentscheidend war vielleicht, dass Nestor das Motorradfahren kannte. Immer, wenn wir mal eine Tour unternahmen, musste er zu Hause bleiben. Nun aber konnte er mit. Motorenlauf und Gebrumme und er durfte im Beiwagen mit; da ließ er es sich ohne Murren gefallen, Haube und Brille aufgesetzt zu bekommen.


Unsere ersten Touren haben uns zunächst nur wenige Km in den Wald oder zum Kanal geführt. Erst waren es zehn Km pro Strecke. Dann wurden es schon 45. Mit Rückweg also 90 Km.
Fahrtechnisch habe ich mir recht schnell einen mit dem Verkehr mitschwimmenden Stil angewöhnt, damit ja kein Streß aufkommt, man sei ein Verkehrshindernis oder so.
Kurzstrecke ist am Anfang auch wichtig, damit der gute Nestor damit schöne Spaziergänge verbinden konnte mit Spielen, schwimmen, toben, Aufgaben abarbeiten (Fährte). Und bei der sommerlichen Hitze ist es besonders erfrischend, wenn er seine Nase in den Wind halten kann. Nestor hat voll Bock auf Bock.

Wir fahren in diesem Monat mehrmals in die Vogesen, wo wir am Ziel mal eine anspruchsvolle Wanderung mit ordentlich Höhenmetern machen und mal einfache Rundwanderwege langtapern.
Im Kaiserstuhl fahren wir auch gerne. Die verkehrsruhigen Sträßchen erlauben träumerische Balladen mit dem Gespann im entschleunigten Tempo.

Wir haben natürlich noch ein paar größere, mehrere hundert Km weite Touren vor uns dieses Jahr. Wetter, Lust & Laune mit der neuen Reiseform schreien geradezu danach. Darüber halten wir euch auf dem Laufenden.


Munter bleiben
Brehjean - Das bessere Tagebuch